Presseinformation: Das ZOiS

  • Das ZOiS ist ein unabhängiges internationales und interdisziplinäres Forschungsinstitut
  • Das neue Forschungsinstitut soll die Osteuropa-Kompetenz in Deutschland stärken
  • Aufgaben: gesellschaftsrelevante Grundlagenforschung zu Osteuropa, Transfer von Forschungsergebnissen in Politik, Medien und Öffentlichkeit sowie Nachwuchsförderung

Im Oktober 2016 nahm das Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) seine Arbeit auf und konzentriert sich seitdem auf mittelfristig angelegte gesellschaftsrelevante Grundlagenforschung zu Osteuropa.

Aufgaben und Selbstverständnis

Das ZOiS versteht sich als ein Forum, das Universitäten, Forschungsinstitute, Think Tanks, Stiftungen und andere Organisationen mit Osteuropabezug vernetzt. Auf dieser Grundlage vermittelt das ZOiS die Relevanz und Vielfalt von Osteuropa an die breitere Öffentlichkeit.

Die zentralen Aufgaben des ZOiS sind gesellschaftsrelevante Grundlagenforschung zu Osteuropa, der Transfer von Forschungsergebnissen in Politik, Medien und Öffentlichkeit sowie Nachwuchsförderung.

Forschung

Das Institut betreibt Regionalforschung, die internationalen wissenschaftlichen Standards entspricht, den öffentlichen Diskurs mitgestaltet und das Verständnis von Osteuropa vertieft. Dabei sollen die Forschungsergebnisse nicht nur an bestehende Debatten anschließen, sondern auch aktiv Themen zu generieren.

Die zentrale Forschungsregion des ZOiS ist der post-sowjetische Raum. Die Forschung ist jedoch thematisch flexibel und vergleichend angelegt und somit nicht auf das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion beschränkt. Diese Offenheit zeigt sich auch in der wissenschaftlichen Vorgehensweise: Die Wissenschaftler/-innen am ZOiS verknüpfen qualitative und quantitative Methoden, arbeiten mit Interviews, Befragungen und Textanalysen und betreten auch in der Feldforschung neue Wege, etwa durch die Einbeziehung künstlerischer Forschung.

Das erklärte Ziel ist es, nicht nur über, sondern mit Osteuropa zu forschen. Das ZOiS setzt sich aktiv mit der in der Region generierten Forschung und osteuropäischen Wissenschaftler/-innen auseinander.

Aktuell gibt es am ZOiS drei Forschungsschwerpunkte, in denen die ersten Projekte umgesetzt werden:

  • Stabilität und Wandel von politischen Regimen
  • Konfliktdynamiken
  • Migration und Transnationalität

Struktur

Das ZOiS wurde auf Beschluss des Bundestages gegründet und wird aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert.

Um die wissenschaftliche Unabhängigkeit zu sichern, hat es die Form einer gGmbH, die von einer Stiftung gleichen Namens betrieben wird, welche die Funktion der Gesellschafterin übernimmt.

Der Stiftungsrat ist mit Mitgliedern aus Wissenschaft und Politik besetzt. Außerdem wird die Leitung des Zentrums durch einen internationalen wissenschaftlichen Beirat beraten.

Entstehung

Nicht zuletzt der Russland-Ukraine-Konflikt hat den Bedarf an fundiertem Wissen über die Region in Politik und Gesellschaft aufgezeigt. Die deutsche Forschung zu aktuellen Dynamiken in Osteuropa ist seit 1989 rückläufig. Auf den Bedarf an anwendungsorientiertem Wissen über Osteuropa weist die Fachwelt seit Jahren hin. In der gegenwartsbezogenen Forschung, der Soziologie, Ökonomie und Politologie sind große Lücken entstanden (s. Bericht des Wissenschaftsrats von 2006 und Empfehlungen von 2013). Nachwuchs mit besonderen Regionalkenntnissen gibt es in diesen Disziplinen kaum mehr.

Die Stärkung der Osteuropakompetenz in Deutschland war Teil des Koalitionsvertrags 2013:
"Wir wollen die Russland- und Osteuropakompetenz in Deutschland auf eine solide Grundlage stellen. Dazu wollen wir die wissenschaftlich-analytische Expertise über diese Region stärken." (Deutschlands Zukunft gestalten. Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD. 18. Legislaturperiode, 13.12.2013, S.169)

Um die notwendige Expertise nachhaltig und langfristig bereitzustellen, hat der Deutsche Bundestag im Dezember 2015 die Gründung eines unabhängigen Instituts für Osteuropaforschung beschlossen.