Annäherungen an 1917: 100 Jahre Russische Revolution

Präsentation der Ausstellung "1917. Revolution. Russland und Europa" am Deutschen Historischen Museum und Diskussion

mit Kristiane Janeke (Kuratorin), Andrei Zavadski (Freie Universität Berlin), Jan C. Behrends (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)
Moderation: Gwendolyn Sasse (ZOiS)

© Staatliches Museum für Zeitgenössische Geschichte, Moskau

Mit der Russischen Oktoberrevolution jährt sich in diesem Jahr eines der bedeutendsten weltgeschichtlichen Ereignisse des 20. Jahrhunderts zum 100. Mal. Mehr als 25 Jahre nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus in Europa scheint der „Rote Oktober“ mehr als je zuvor der Vergangenheit anzugehören. Gleichzeitig sind die Folgen von Revolution, Bürgerkrieg und Gründung der Sowjetunion bis heute spürbar, nicht zuletzt in aktuellen Konflikten. Wie kann man sich dem Thema heute annähern? Die Kuratorin Kristiane Janeke präsentiert mögliche Zugänge anhand der aktuellen Ausstellung „1917. Revolution. Russland und Europa“ am Deutschen Historischen Museum. Andrei Zavadski (FU) erörtert, welche Rolle die Erinnerung an 1917 heute in der Erinnerungspolitik und Museumspraxis Russlands spielt. Auf dem Podium diskutieren sie mit dem Historiker Jan C. Behrends (ZZF) über politische und historische Unterschiede in der Annäherung an 1917. Es moderiert ZOiS-Direktorin Gwendolyn Sasse.

Dr. Jan C. Behrends ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam. Er forscht zur modernen Geschichte Osteuropas besonders zu den Themen Stadtgeschichte und Gewalt. Im Februar 2017 hat er den Band 100 Jahre Roter Oktober. Zur Weltgeschichte der Russischen Revolution mitherausgegeben.

Dr. Kristiane Janeke ist Historikerin und Kuratorin. Sie ist seit vielen Jahren im Museumsbereich tätig, darunter zwischenzeitlich als Leiterin des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst. Für das Deutsche Historische Museum hat sie die Ausstellung 1917. Revolution. Russland und Europa kuratiert.

Andrei Zavadski forscht in der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe Zur Medialisierung
(semi­)autoritärer Herrschaft an der Freien Universität Berlin.
Zu seinen weiteren Forschungsinteressen zählt die museale Erinnerungskultur in Russland. Im Juni 2017 organisierte er die Tagung “Public History in Russia: Museums for the Past or the Past for Museums?” im Garage-Museum für zeitgenössische Kunst in Moskau.